Risikolebensversicherung Test & Vergleich der Stiftung Warentest 2014

Die Risikolebensversicherung versichert sehr preiswert den Tod des Versicherungsnehmers, sie unterscheidet sich von der Kapitallebensversicherung dadurch, dass im Normalfall kein Kapitalstock für eine Auszahlung vor dem Ableben gebildet wird. Das ist das Wesensmerkmal dieser Individualversicherung, durch die im Todesfall des Versicherungsnehmers eine per Vertrag begünstigte Person die Versicherungssumme erhält. Die Risikolebensversicherung ist der preiswerteste Hinterbliebenenschutz, der Familienangehörigen, aber auch Geschäftspartnern, Vereinen oder Unternehmen zugutekommen kann.

Funktionsweise einer Risikolebensversicherung im Test

Die Risikolebensversicherung wird über eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen, deren Ende beispielsweise der Rentenbeginn sein kann, aber nicht muss. Es sind kürzere und auch längere Laufzeiten denkbar. Während dieser Vertragslaufzeit zahlt der Versicherungsnehmer entweder Monats-, Quartals- oder Jahresbeiträge an die Versicherungsgesellschaft oder auch einen einmaligen Betrag, der gleich zu Beginn entrichtet wird. Die weitaus häufigste Form der Beitragszahlung ist der Monatsbeitrag. Je länger der Versicherungsnehmer zahlt und je höher der Beitrag ausfällt, desto höher kann die Versicherungsleistung gewählt werden. Die Beitragshöhe hängt allerdings auch von Risikofaktoren ab, die in den allgemeinen Vertragsbedingungen definiert sind. Bei einem ersten Vergleich der Angebote für eine Risikolebensversicherung sollten die Interessenten prüfen, wie eine einzelne Gesellschaft die individuellen Risiken bewertet. Die Stiftung Warentest stellt ebenso wie unabhängige Portale gelegentlich einen Test für die Risikolebensversicherung vor, in welchem solche Unterschiede aufgezeigt werden. Auch spielt die angestrebte Höhe der Versicherungssumme eine sehr maßgebliche Rolle. Wer einen effektiven Hinterbliebenenschutz wünscht, sollte nach Expertenauffassung etwa das Fünffache seines Jahreseinkommens als Auszahlungsbetrag für seine Risikolebensversicherung wählen. Zu den Kriterien, welche die Prämienhöhe beeinflussen, zählen:

  • Lebensalter bei Vertragsabschluss
  • Vertragslaufzeit
  • Gesundheitsrisiken durch die Lebensweise (Rauchen, Hobbys, Vorerkrankungen)
  • Berufsrisiken
  • Höhe der Versicherungssumme
  • Bildungsstand


Das Geschlecht, früher sehr entscheidend, spielt seit dem Inkrafttreten der Unisex-Tarife am 21.12.2012 keine Rolle mehr. Für Männer ist seither bei Neuabschlüssen die Risikolebensversicherung etwas günstiger geworden, für Frauen teurer. Für Altverträge gilt Bestandsschutz. Bezüglich der Funktionsweise einer Risikolebensversicherung sind noch ihre Formen zu unterscheiden. Die klassische Police gilt für eine Person und begünstigt eine andere oder mehrere Personen, meist den Ehepartner und die Kinder. Auch die Begünstigung eines Geschäftspartners ist oft anzutreffen. Es gibt darüber hinaus noch weitere Formen dieser Versicherung. Die "Verbundene Risikolebensversicherung" schließen zwei oder mehr Partner (Ehe- oder Lebenspartner, Geschäftspartner) ab, die sich gegenseitig begünstigen. Diese Verträge können hinsichtlich der Beiträge günstiger sein, die Todesfallsumme wird aber nur einmal fällig. Die Restschuldversicherung versichert ein noch laufendes Darlehen gegen den Tod des Kreditnehmers. Ihr Beitrag ist verhältnismäßig gering je nach Kredithöhe und wird in vielen Fällen degressiv gestaltet, sinkt also mit der Tilgung des Kredits. Diese Form ist Bestandteil (neben weiteren Absicherungen gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und/oder Berufsunfähigkeit) der übergreifenden Restschuldversicherung bei Verbraucher-, Kfz- und Hypothekendarlehen, sie könnte aber auch gesondert nur für den Todesfall und für die Absicherung eines Hypothekendarlehens gewählt werden. Das sollten Bauherren bedenken, deren Bank für die Hypothek den Abschluss einer Risikolebensversicherung fordert (obligatorisch). Wenn diese Versicherung als reine Restschuldversicherung gestaltet würde, könnte sie im Laufe der Jahre immer preiswerter werden.

Für wen eignet sich die Risikolebensversicherung?

Wenn eine Familie nur einen Ernährer hat, kann der Abschluss dieser Police immer empfohlen werden. Bei einer Eigenheimhypothek verlangt die Bank grundsätzlich den Abschluss, es sei denn, die Kreditnehmer verfügen schon über eine oder mehrere Risiko-Policen oder alternativ über eine Kapitallebensversicherung. Geschäftspartner sind auf die Police in ihrer verbundenen Form angewiesen, weil beim Tod eines der Partner nicht nur das Risiko des Wegfalls seiner Arbeitskraft, sondern noch viel mehr das Risiko des Wegfalls seiner Anteile am Unternehmen besteht, die automatisch an die Erben gehen. In den meisten Fällen würde das Unternehmen ohne diese Risiko-Police in den Konkurs steuern. Die Erben können und werden nicht großzügigerweise die Anteile des Verstorbenen einfach so im Unternehmen belassen, sie könnten sich bestenfalls in Zukunft als stille oder aktive Teilhaber in die Firma einbringen. Das ist in vielen Fällen weder gewollt noch vom überlebenden Geschäftspartner erwünscht. Das dritte große Einsatzgebiet dieser Art der Risikovorsorge sind die für Kredite abgeschlossenen Restschuldversicherungen, die auch das Risiko des Todes des Kreditnehmers versichern. Diese fallen aus den statistischen Erhebungen in Bezug auf diese Art der puren Risikovorsorge meistens heraus, was nicht ganz korrekt ist. Dennoch sind diese statistischen Zahlen aufschlussreich, denn sie belegen für das Jahr 2012, dass zwar in Deutschland 16 % aller Männer ihr 65. Lebensjahr nicht erreichen (durch Krankheits- oder Unfalltod), jedoch nur 8 % aller Haushalte eine reine Risiko-Police besitzen (ohne die Restschuldversicherungen auf Kredite). Darin sind schon die Policen von Eigenheimbesitzern eingeschlossen. Allerdings ist zu diesen Zahlen anzumerken, dass es sehr viel mehr Kapitallebensversicherungen gibt, rund die Hälfte aller Deutschen besitzt diesen Risikoschutz, der schließlich auch den Todesfall versichert, aber gern bei Erreichen des Rentenalters gegen die vollständige Gewinnausschüttung aufgelöst wird. Wer keine Kapitallebensversicherung besitzt, sollte über die Risiko-Police nachdenken, im Falle eines Eigenheimvorhabens braucht er sie auf jeden Fall.

Vorteile und Kosten von Risiko-Policen

Der größte Vorteil besteht darin, dass der Versicherungsschutz gegen das größte Risiko für die Hinterbliebenen – das ist der Tod des Ernährers – sehr preiswert stattfindet. Um diese Kosten einmal zu ermitteln, lohnt sich der Vergleich solcher Policen, der naturgemäß schwer anzustellen ist. Jeder Test der Risikovorsorge fällt sofort sehr komplex aus, weil es gilt, die einzelnen Fälle gesondert im Vergleich zu betrachten. Das liegt daran, dass die Gesellschaften die Prämienaufschläge für einzelne Altersgruppen und bestimmte Risiken höchst unterschiedlich gestalten. So könnte der Vergleich ergeben, dass die Gesellschaft A den 30-jährigen Nichtraucher mit Bürojob und ohne gefährliche Hobbys preiswerter versichert als die Gesellschaft B, die wiederum dem 50-jährigen Raucher, Berufskraftfahrer und Hobby-Fallschirmspringer die preiswertere Police anbietet. Da es unendlich viele solcher Szenarien gibt, lässt sich nicht pauschal feststellen, dass Gesellschaft A oder B günstiger ist. Daran kann ein Test von Risikopolicen scheitern, der deshalb mit Vorsicht zu betrachten ist. Beim Vergleich hingegen gibt der Interessent seine persönlichen Daten ein und erfährt dann, welche Gesellschaft seine individuellen Risiken am günstigsten versichert. Zu beachten ist beim Abschluss dieser Police, dass die Versicherer genau wie bei einer privaten Krankenversicherung Gesundheitsfragen stellen, die ordnungsgemäß beantwortet werden müssen, sonst gibt es im Fall der Fälle keine Leistungen. Um die Kosten einmal pauschal in ihrer Größenordnung zu benennen, sei das Beispiel eines 30-jährigen Rauchers genannt, der sich bei der Hannoverschen Versicherung auf 30 Jahre für eine Versicherungssumme von 100.000 Euro versichern möchte. Das kostet ihn oder sie (kein Geschlechterunterschied) aktuell (Juli 2014) im Monat 20,83 ohne Nachversicherungsgarantie, ohne vorgezogene Todesfallleistung (bei Diagnose einer schweren Krankheit), ohne Bauherren-Bonus, Verlängerungsoption und Extra-Kindergeld. Mit diesen Zusatzleistungen, die übrigens wertvoll sein können, kostet die Police monatlich 26,49 Euro. Wer nun die Kosten dieser Police auf 30 Jahre berechnet, kommt in der klassischen (abgespeckten) Variante auf 7.498,80 Euro an Beiträgen für einen Schutz von 100.000 Euro, der ab dem ersten Tag der Laufzeit greift. Das ist sensationell günstig. Eine Kapitallebensversicherung für dieselbe Summe bei derselben Laufzeit und derselben Gesellschaft kostet monatlich 243,38 Euro, also mehr als das Zehnfache. Allerdings wird sie nach Ablauf mit Überschüssen ausgezahlt. Der Versicherungsnehmer der Kapitallebensversicherung verliert also keinesfalls Geld, genießt aber keinen höheren Todesfallschutz. Wenn es nur um den Todesfallschutz geht, ist die Risikolebensversicherung preislich klar im Vorteil.

Risikolebensversicherung: Vergleich und Test

Die Stiftung Warentest hat diese Policen schon oft einem Test unterzogen und empfiehlt, beim Vergleich vorrangig auf den Preis zu achten. Hier gäbe es nach den Ergebnissen aus praktisch jedem Test die größten Unterschiede. Ebenfalls wichtig im Vergleich: Welche Gesundheitsfragen werden gestellt? Geht es nur um das Rauchen, oder müssen die Antragsteller auch ihre Blutfettwerte, Überge­wicht oder Blut­hoch­druck bekannt geben? Auf solche Details fokussiert der Test der Stiftung Warentest.